Ihr ahnt es, meine lieben Mitmembers…
Wenn der Postmann zweimal klingelt, fällt die Chance, dass er auch zweimal eine Mikrowelle bringt eher gering bis unwahrscheinlich aus. Nicht so bei mir, die ich es gewohnt bin, jeden Tag mit Kuriositäten konfrontiert zu werden. Wenn bei mir der Post-DHL-Mann zweimal klingelt, hat er auch zweimal eine Mikrowelle dabei. Das zweite Exemplar wurde heute geliefert vor etwa einer Viertelstunde.
Für die, die sich nicht mehr so ganz an die Geschichte erinnern können, fasse ich sie gerne noch einmal kurz zusammen:
Anfang März bestellte ich im Internet ein Mirkowellengerät mit Grill- und Heißluftfunktion. Dieses mit den o.g. Fähigkeiten und einer Popcorn-Taste ausgestattete Küchenkleingerät wurde dann auch umgehend geliefert, so dass sie Anfang der dritten Märzwoche in Betrieb genommen werden konnte.
Diesen stellte sie jedoch nach einem Monat selbstständig wieder ein – man muss dazu sagen, es betraf lediglich die Mikrowellenfunktion. Heißluft und Grill funktionierten nach wie vor. Na ja, da es aber ja in erster Linie als MIKROWELLE deklariert, gekauft und verschickt wurde, wollte ich irgendwie, dass auch diese Funktion genutzt werden konnte. Ein naiver Gedanke, nicht?
Ich schrieb also der Herstellerfirma einen verbitterten Brief, in dem ich ihnen mein Leid klagte. Ich bekam umgehend Antwort, die mir Mut machte und einen sogenannten Rücksendeschein, mit dem ich das Gerät gut verpackt zur Post bringen sollte, um es zu Reparaturzwecken zurück an den Hersteller zu schicken.
Jetzt wohn ich ja schon zentraler als zentral, aber irgendwie noch nicht zentral genug, um ein mehrere Bruttoregistertonnen schweres Mikrowellenmonster aus eigener Kraft zur nächsten Post tragen zu können.
Unser ehrenwertes noch nicht ganz Mitglied Lord Wolf fuhr mich und meine Mikrowelle dann zu sämtlichen in Marburg vorhandenen Poststellen (die eine streikte, die andere kann keine großen Pakete annehmen … etc.) und trug sie mir auch zum Schalter. Thanks to you, dear Christian!
Also, waren wir in Tortuga jetzt vorerst wieder mikrowellenlos. Ich wartete und wartete und wartete und plötzlich klingelte ein gelber Mann von DHL und brachte mir meine reparierte Mikrowelle direkt vor die Haustür. Wir packten sie aus, stellten sie auf, freuten uns, öffnete die Tür …. und stellten entsetzt fest, dass sich die innere Glasverkleidung in einem ziemlich porösen Zustand befand und uns in kleinen Bröckchen entgegenkam. So etwas nennt man im Verpackungs- und Paketsendewesen einen „Transportschaden“.
Ich setzte mich wieder hin, schrieb einen verbitterten Brief, der nicht beantwortet wurde. Ich schrieb ihn noch einmal … und bekam Antwort: „Man kümmere sich darum!“ Gut. Das ist ja schon mal beruhigend. Ich wartete wieder.
Es war ein Dienstag, als mich jene Frau ohne Namen und erkennbare Rufnummer auf meinem Mobiltelefon kontaktierte und mir versicherte, dass sie sich umgehend um meinen Fall kümmern wollte. Ich sollte einen Rücksendeschein bekommen, den auf das Paket, in dem sich die zerstörte Mikrowelle befand, kleben und das Paket zur Post bringen … NEIN! Nicht schon wieder!
Ich fuhr also nach Hause und freute mich darüber, dass ich bald eine funktionierende, neuwertige und heile Mikrowelle besitzen würde. Ich wusste ja nicht, wie bald „bald“ war. Als ich nämlich an jenem Dienstag meine Wohnung betrat, stand da eine Mikrowelle in der Küche. Ein sog. Austauschgerät. Aber wie konnte das sein? Die alte Mikrowelle stand doch noch verpackt keine zwei Meter weiter im Flur und einen Rücksendeschein hatte ich auch noch nicht erhalten. Was tat diese Mikrowelle da?
Zwei Tage später kam der Rücksendeschein für die andere Mikrowelle. Ich pappte ihn auf das Paket und brachte es mit Lady Raphs-Brown zur Post. Ich dachte zwar, damit sei die Sache gegessen, ich hatte ja schließlich eine funktionierende Mikrowelle aber so ganz tief im Innern wusste ich, dass die Sache hiermit noch nicht beendet war. Mir schwante, dass die Firma Bomann ein nicht einwandfrei funktionierendes Kommunikationsnetzwerk betreibt, in dem auch mal die ein oder andere Information verloren geht.
Und ich sollte Recht behalten.
Heute, am 11. Juni 2008, dem offiziellen und spürbaren Einbruch der Schafeskälte in Deutschland, klingelte der DHL-Mann und brachte mir ein weiteres Austauschgerät…
Ja, liebe Members, was soll ich dazu sagen? Ich kann von der ominösen Servicewüste Deutschland nicht allzu viel feststellen – jedenfalls nicht was Mikrowellenaustauschgeräte angeht. Und solang ich davon profitiere, rate ich der Firma Bomann von einer grundlegenden Umstrukturierung ihres firmeninternen Kommunikationssystems dringend ab!
Long live the Empire and the sausage,
Best wishes,
Yours sincerely
Dame Carolina – Queen of the Microwaves!